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Altern

Was ist das?

Kein Zweifel: Ein hohes Alter zu erreichen, ist ein alter Traum der Menschheit. Schon die Bibel berichtet im Buch Genesis 5,21-27 über Methusalem, der stolze 969 Jahre alt wurde.
Zwar sind wir heute von diesem biblischen Alter noch weit entfernt, doch die Lebenserwartung gegenwärtiger Generationen sieht schon erheblich freundlicher aus als die unserer Vorfahren. Dennoch: Ewiges Leben werden wir nicht erreichen, es gibt natürliche Grenzen. Und der Alterungsprozess der Zellen beginnt bereits mit der Geburt. Doch während wir altern, erneuert sich unser Körper beständig. Alte Körperzellen sterben ab und werden durch neue ersetzt. Die Zahl der Zellteilungen ist jedoch begrenzt. Nehmen wir zum Beispiel das Muskelgewebe: Hier teilen sich die „Mutterzellen“ des Bindegewebes, aus denen Sehnen, Muskeln und Knochen entstehen, maximal 50 Mal. Dies entspricht einem Höchstalter von ungefähr 115 Jahren. Auch die Theorien von Biologen und Medizinern halten dies für die äußerste Grenze.

Unsere Lebensdauer wird durch Gene gesteuert. Wenn diese Gene Defekte aufweisen und ausfallen, dann entsteht Gewebe, das keine Funktion mehr erfüllt, sondern sich nur noch teilt. Das ist zum Beispiel beim Krebsgewebe der Fall. Außerdem entstehen im Laufe des Lebens schädigende chemische Verbindungen in unserem Körper, so genannte freie Radikale. Sie vernichten gesundes Gewebe. Vermehrte Sonneneinstrahlung, Radioaktivität, aber auch Rauchen und Krankheiten fördern diesen Prozess. Der junge und gesunde Organismus kann solche Defekte im Anfangsstadium noch reparieren, doch mit zunehmendem Alter verliert er diese Fähigkeit.

Im Alter verändern sich auch unsere Organe. So kann das Herz nicht mehr so schnell schlagen, die Gefäße verkalken, das Lungengewebe wird dünner, die Brustwand weniger elastisch. Von Krankheiten erholen wir uns langsamer, und es dauert länger, bis wir unsere Leistungsfähigkeit wieder zurückgewonnen haben Wenn wir alt geworden sind, können wir nicht mehr so viel und so schwer essen. Es schmeckt auch nicht mehr so gut, weil die Nervenzellen schwinden. Unser Reaktionsvermögen nimmt ebenfalls ab, ebenso das Hör- und Sehvermögen, so dass wir länger brauchen, um beispielsweise beim Autofahren eine brenzlige Situation zu erfassen. Unsere Muskelmasse schwindet, und weil die Leistungsfähigkeit von Herz und Lunge beeinträchtigt ist, können wir auch nicht mehr so schnell laufen wie Siebzehnjährige.

Wir müssen uns also damit abfinden, dass vieles langsamer geht als in jungen Jahren. Doch das heißt nicht, dass wir über die verlorenen Fähigkeiten trauern müssen. Denn die gute Nachricht lautet: Auch im Alter bleiben wir lern- und anpassungsfähig. Dabei kommt uns unsere Erfahrung zugute. Wir sehen beispielsweise Dinge voraus, die ein Jüngerer kaum ahnt. Erfahrung ist ein Teil des so genannten „kristallinen Gedächtnisses“, das bei älteren Menschen möglicherweise umfangreicher ist als bei jungen. Auch wenn das Erlernen völlig neuer Dinge (fluides Gedächtnis) immer schwieriger wird, können wir viele Situationen meistern, weil wir über Erfahrung und Erinnerung verfügen. Diese Erkenntnis ist übrigens nicht neu: Von dem römischen Dichter Ovid stammt die treffende Sentenz: „Alter schenkt Erfahrung.“

 

Gertrudis-Hospital Westerholt
Katholisches Klinikum
Ruhrgebiet Nord GmbH

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Damit ein selbst-
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Im Gertrudis-Hospital gehört fachübergreifende Zusammenarbeit zum Konzept.  (mehr)

Abendsprechstunde
Schnell wieder mobil werden
Gertrudis-Hospital und Medienhaus Bauer widmen sich dem Thema Altersmedizin.  (mehr)

 

 

Interview mit
Dr. Elisabeth
Winkelmann


Was sind die häufigsten Krankheiten im Alter, die Sie operativ therapie-
ren?

Zunächst einmal: Rund ein Viertel aller Patienten, die von uns chirurgisch ver-
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